In Österreich wird jedes Jahr rund eine Million Tonnen noch genießbare Lebensmittel weggeworfen. Diese Menge entspricht etwa einem Drittel aller in Österreich produzierten Lebensmittel – eine erschreckende Bilanz, die sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Konsequenzen nach sich zieht.

Der Großteil dieser Verschwendung – etwa 60 Prozent – findet nicht in der Landwirtschaft oder im Handel statt, sondern in den privaten Haushalten. Pro Person landen jedes Jahr etwa 75 Kilogramm Lebensmittel im Müll, vor allem Brot, Obst und Gemüse. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Umwelt, sondern auch auf das Haushaltsbudget: Durchschnittlich 800 Euro pro Jahr wirft ein Haushalt in Form von Lebensmitteln weg – das entspricht etwa zwei Monatseinkäufen. Zum Vergleich: 392 Euro gibt ein Haushalt mit zwei Personen pro Monat für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke aus (exklusive Außer-Haus-Verzehr).
Die Sache mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum
Die Ursachen für diese massive Verschwendung sind vielfältig. Oft liegt es an falscher Lagerung, fehlender Planung beim Einkauf oder an einem Missverständnis des Mindesthaltbarkeitsdatums. Besonders letztgenanntes sorgt häufig für Irrtümer: Dieses ist nämlich nicht jener Tag, ab dem ein Lebensmittel plötzlich nicht mehr genießbar ist und entsorgt werden muss. Es gibt nur den Zeitpunkt an, bis zu dem das Lebensmittel bei richtiger Lagerung alle vorgegebenen Eigenschaften behält. Gegessen werden kann es in den allermeisten Fällen auch danach noch – und das je nach Lebensmittel mehrere Tage oder sogar Wochen lang.
Eine kurze Haltbarkeit weisen Produkte wie Brot und Milch auf. Sie sind etwa noch zwei Tage nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) genießbar. Anders sieht es bei Hartkäse und Eiern aus. Diese sind meist auch noch nach 21 Tagen nach Ablauf des MHDs genießbar. Eine noch längere Haltbarkeit haben pflanzliche Öle und Fette. Man kann diese in der Regel auch noch nach 28 Tagen nach Ablauf des MHDs essen. Weitere Lebensmittel wie Zucker, Salz, Mehl oder Konserven kann man meist auch noch nach einem Jahr nach Ablauf des MHDs bedenkenlos verzehren.
Tipps gegen Lebensmittelverschwendung
Zuhause kann jeder und jede selbst Lebensmittel retten: Wir alle können unser Verhalten kritisch beobachten, und herausfinden, an welchen Stellen sich Lebensmittelmüll vermeiden lässt. Ist beispielsweise das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, kann mit den eigenen Sinnen – durch Riechen, Sehen und Schmecken – leicht festgestellt werden, ob das Lebensmittel noch gut ist. Ebenso sollte man nie hungrig einkaufen gehen, um auch nur das zu kaufen, was man wirklich braucht und verbraucht. Einkaufslisten, Wochenpläne sowie sich über die richtige Lagerung der Lebensmittel zu informieren, ist zusätzlich ratsam.
Mehr Informationen über Lebensmittelverschwendung findest du auf www.landschafftleben.at
