“Ich wollte einen Shitstorm auslösen”

Mit Schmäh, frechem Humor und schlagzeilenträchtigen Pranks avancierte MaxaMillion alias Max Weißenböck zu einem der erfolgreichsten Influencer Österreichs. Mit seinem Label „MAM Vienna“ und den „gamechangersocks“ setzt er auch in der Modewelt Akzente und ist Miteigentümer der Agentur BAM! Vienna. Wir haben ihn zum großen retail.at-Interview getroffen.

Wie wird ein selbsternannter Lausbub zum Star auf Instagram, TikTok und YouTube? Wie hat alles begonnen?

Da müssen wir weit zurückschauen … Als ich noch DJ und Ausbildner beim Bundesheer war, habe ich Snapchat-Stories geteilt und eine kleine Community von ein paar hundert Leuten aufgebaut. Die Content Creatorin Anita Pleininger, mit der mich eine langjährige Freundschaft verbindet, hat mich motiviert, einen eigenen YouTube-Kanal zu starten, mit dem ich mir vor allem im Modebereich erfolgreich Präsenz aufgebaut habe. Vor etwa 2,5 Jahren habe ich mich dann entschieden, von YouTube wegzugehen und mich auf Kurzvideos im Comedy- und Lifestylebereich auf TikTok und Instagram zu konzentrieren. Seither ist es raketenartig bergauf gegangen.

MaxaMillion alias Max Weißenböck zählt zu den führenden Influencern des Landes
(Fotocredit: @maxobeyme)

Was macht deinen Erfolg aus?

Ich denke, es ist meine authentische und kreative Art, die gut ankommt.

Wie lange dauert es, bis ein Video fertig ist?

Das ist natürlich abhängig vom Video. Wenn wir von Relatable Videos sprechen – die sind innerhalb von ein paar Minuten gedreht.

Aufwändiger vorbereitet dürften aber deine aufsehenerregend PR-Aktionen sein – etwa die Schlägerei beim Opernball mit einem Klaas Heufer-Umlauf-Doppelgänger oder dein Catwalk-Crash bei der Philip Plein Fashion Show …

Ja, da steckt ein Team dahinter, viel Arbeit und minutiöse Vorbereitung. Die Opernball-Aktion haben wir tatsächlich monatelang geplant.
Die Aktion bei der Philipp Plein Fashion Show war aber spontan. Die Idee war: Zieh dir eine Warnweste an und versuch reinzukommen. Und ich hab‘s bis auf den Catwalk geschafft.

Wie findest du die Balance zwischen Provokation und Verantwortung?

Ich mache das Ganze schon lange und durfte viele Erfahrungen sammeln. Natürlich teste ich immer wieder meine Grenzen aus – und hab früher immer wieder Backlash bekommen. Dadurch habe ich mir eine dicke Haut zugelegt. Ich nutze Provokationen bewusst, um zu polarisieren – aber immer im richtigen Rahmen. Ein Beispiel ist die Opernball-Aktion: Ich wollte gezielt einen internationalen Shitstorm auslösen, um danach mit einem Video zu dokumentieren, wie ich die Medien gegeneinander ausgespielt habe, um daraus einen Mehrwert für mich zu generieren.

Du bist Gründer von MAM Vienna und gamechangersocks. Warum verkaufst du ausgerechnet Socken?

Mit meiner Modemarke habe ich mir in der Modebubble schnell einen Namen für kreative Kollektionen und Qualität gemacht. Mich hat gereizt, ein Alltagsprodukt wie die Socke neu zu denken – als hochwertiges Luxusprodukt. Zusammen mit Produktentwicklern aus Portugal und Deutschland haben wir 2,5 Jahre lang geforscht, um die besten Socken der Welt zu entwickeln. Parallel dazu habe ich meine TikTok- und Instagram-Kanäle aufgebaut und schnell gemerkt, dass die Nische für Socken größer und zugänglicher war als für luxuriöse Mode – und damit war klar: Es wird eine neue Firma gegründet.

Und warum der Name „gamechanger“?

Weil wir das Spiel verändern, wenn´s um Socken geht – und auch das Leben von Menschen. Mit vielen Charity-Aktionen, vor allem für Obdachlose, geben wir etwas zurück. Produziert wird nachhaltig in Portugal – in einem Familienbetrieb, der exklusiv für uns arbeitet. Faire Bezahlung, Ressourcenschonung wie z.B. Wasserrecycling und ein CO₂-Ausgleichsbeitrag beim Sockenkauf, um den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, gehören selbstverständlich dazu.

Wer oder was war ein Gamechanger in deinem Leben?

Mein Mindset-Shift 2013 – das war mein Gamechanger.

Wie ist Max Weißenböck privat, wenn kein Handy und keine Kamera in der Nähe ist?

Mein Leben besteht zu etwa 75% aus Arbeit. In der restlichen Zeit versuche ich Dinge zu tun, die mir einen Ausgleich verschaffen – Sport, Zeit mit der Familie und mit Freunden. Das hilft mir zu entspannen und auf dem hohen Level zu performen, den ich aktuell liefere.

Wie schaut ein typischer Arbeitstag aus?

Das variiert natürlich – aber im Großen und Ganzen starte ich mit einem Spaziergang, meditiere, visualisiere meine Ziele und höre meine Hörbücher. Dann gehe ich ins Gym, wo ich schon anfange zu arbeiten. Danach bin ich im Büro, nehme Termine wahr und entwickle meine Ideen und Videoprojekte mit meinem Team.

Verrätst du uns noch, welche Projekte in nächster Zeit geplant sind?

Bei gamechangersocks stehen noch viele Releases an und Aktionen, mit denen niemand rechnet – vor allem wenn es ums Thema „Zurückgeben“ geht, da haben wir schon eine Sache in petto. Man weiß ja, dass ich Ambassador von McLaren bin und einen McLaren bekommen habe – da stellt sich die Frage, was mit meinem alten Auto passiert … Und mein Auftritt bei „Forsthaus Rampensau“ war vermutlich nicht mein letzter im Fernsehen.

Wer noch mehr wissen will: MaxaMillion ist auch Speaker beim eCommerce Day des Handelsverbands, der am 12. Juni in der ARIANA Seestadt in Wien Aspern über die Bühne gehen wird.

Einmal rappen, bitte! Der Handels-Wordrap mit MaxaMillion

Am liebsten kaufe ich …
etwas zu essen.

Mein verrücktester Kauf war …
eine Casio aus Edelstahl, die ich mit 1200 tw/vs-Diamanten besetzen habe lassen.

Immer in meinen Einkaufswagen lege ich …
Biohendl.

Einkaufen online oder im Geschäft?
Beides – ich kauf sehr gerne online, aber zu etwa 30% auch im Geschäft.

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