Auf die Plätzchen, fertig, los: Was es über den Zucker im Advent zu wissen gibt

In der Vorweihnachtszeit hat der Zucker Hochsaison – jetzt wird gebacken und gesüßt! Land schafft Leben verrät, wie und wo wir Zucker aus und in Österreich (vor-)finden.

© Land Schafft Leben

Ob Lebkuchen oder Kekse, Vanillekipferl oder Bratapfel: Kaum ist Advent, versüßt uns der Zucker in Weihnachtsgebäck und Naschereien aller Art die Wartezeit auf das Christkind. Egal, ob wir ihn als weißen Kristall-, Staub-, Würfel- oder Hagelzucker, als gelb-braunen Kandis-, Gelb- oder Sirupzucker verwenden: In Summe lassen wir uns pro Person und Jahr durchschnittlich 30 Kilogramm Zucker schmecken.

Wo in Österreich ist die „Rübenzahl“ besonders hoch?

Doch woher kommt der Zucker in Österreich? Während die restliche Welt hauptsächlich auf Zuckerrohr setzt, gewinnt Europa seinen Zucker vor allem aus Zuckerrüben. Auch in Österreich werden Rüben für die Zuckererzeugung angebaut, am meisten in Niederösterreich. Die Gesamtmenge ist so groß, dass der Zuckerbedarf der Bevölkerung rein theoretisch aus eigener Erzeugung gedeckt werden könnte. Praktisch importieren wir jedoch sogar mehr Zucker, als wir selbst erzeugen.

Die österreichischen Zuckerrüben werden von heimischen Rübenbäuerinnen und Rübenbauern gezogen, die immer mehrere Ackerkulturen anbauen. Die Zuckerrübe wird dabei auf insgesamt 43.000 Hektar angebaut und gilt als „Königin des Ackers“: Sie erfolgreich zu kultivieren gilt als besonders herausfordernd.

Ist brauner Zucker gesünder als weißer?

Ob der aus den Rüben gewonnene Zucker in seiner braunen oder weißen Variante auf dem Teller landet, macht für die Gesundheit allerdings keinen Unterschied. Die braune Farbe erhält Zucker, wenn der Zuckersirup (Melasse) bei der Verarbeitung nicht entfernt wird. Manchmal wird auch bereits raffiniertem, also weißem Zucker wieder brauner Zuckersirup zugefügt. Dasselbe gilt für Rohrzucker. Brauner Zucker enthält demnach zwar kleine Mengen an Mineralstoffen aus der Melasse, doch diese Mengen sind im Vergleich zum Zuckergehalt vernachlässigbar. Der Unterschied bezieht sich mehr auf den Geschmack und die Farbe als auf eine bessere Nährstoffzusammensetzung. Auch Rohrzucker ist nicht gesünder als Rübenzucker, auch wenn er hierzulande im Supermarkt genauso erhältlich ist. Beide Zuckerarten bestehen praktisch nur aus Saccharose.

Süßes Geheimnis: Wo Zucker sich versteckt

Kekse spielen zwar in der Weihnachtszeit, bei unserem Zuckerkonsum insgesamt aber natürlich nicht die Hauptrolle. Ein Teil des Zuckers den wir essen und trinken steckt in Lebensmitteln, wo wir ihn nicht selbst zugegeben haben. So enthält ein kleiner Becher Vanillejoghurt umgerechnet etwa sechs Stück Würfelzucker. Sogar Ketchup kommt meist nicht ohne Zucker aus: In einem Esslöffel steckt umgerechnet etwa ein Stück Würfelzucker. Zucker findet sich außerdem in Lebensmitteln, wo man ihn nicht vermuten würde: Viele fertige Salatdressings, Gemüse aus der Dose und pikante Fertiggerichte oder auch Pesto enthalten Zucker.

In Weihnachtsgebäck darf Zucker aber natürlich nicht fehlen: Er verleiht dem Teig stabilisierende Backeigenschaften, gibt Gebäck seine Süße und macht es darüber hinaus haltbarer. Der Begriff „Zucker“ stammt übrigens aus dem Alt-Indischen: „Süß“ bedeutete dort „Sarkara“. Im Arabischen wurde daraus „Sukkar“ und im Mittelhochdeutschen später „Zuker“ beziehungsweise „Zucker“. Gemocht wird er jedenfalls auf der ganzen Welt: Die Vorliebe für Süßes ist uns Menschen angeboren, denn früher war der süße Geschmack ein Hinweis auf energiereiche Nahrung. Zudem galt Süßes als „sicher“, weil es keine natürlich süß schmeckenden Lebensmittel gibt, die giftig sind.

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