Warum der Verlust der Kulturlandschaft unseren Tourismus bedroht

Österreich zählt zu den beliebtesten Urlaubsländern der Welt. Warum? Wegen der Landschaft! Ohne Bewirtschaftung gehen diese traditionellen Kulturlandschaften allerdings verloren – und damit auch die Basis für den heimischen Tourismus. Um dem entgegenzuwirken, braucht es mehr Österreich am Teller, betont der Verein Land schafft Leben.

© Land schafft Leben

Österreich ist menschengemacht

Die Landschaft ist der Hauptgrund, warum jedes Jahr unzählige Menschen ihren Urlaub in Österreich verbringen. Was die Touristinnen und Touristen als „unberührte Natur“ lieben, ist in Wirklichkeit menschengemachte Kulturlandschaft. Sie wurde über Jahrhunderte von Bäuerinnen und Bauern geformt, indem Wälder gerodet, Sümpfe trockengelegt, Weiden geschaffen und Vieh- und Ackerwirtschaft betrieben wurde. So entstand jene halboffene, kleinstrukturierte Szenerie, die wir heute als typisch österreichisch empfinden.

Almen als Juwel des Tourismus

Eine ganz wesentliche Rolle für den österreichischen Tourismus spielen die Almen, sowohl im Sommer als auch im Winter als Skipisten. Österreichs Almwiesen und -weiden bedecken knapp vier Prozent der Staatsfläche – und sind damit fast achtmal so groß wie Wien. Almen stellen nicht nur einen Erholungsraum für Geist und Körper dar, sondern dienen auch als Rückzugsort der Biodiversität und als Schutz vor Naturgefahren wie etwa Lawinen oder Murenabgängen. Zugleich liefern sie hochwertige Lebensmittel wie Fleisch, Milch und Käse aus nachhaltiger Produktion.

Das Problem: Die Almwirtschaft ist zeit- und arbeitsaufwändig. Die hier erzeugten Lebensmittel sind am Markt kaum konkurrenzfähig. Daher wurden in den vergangenen Jahrzehnten zigtausende Hektar Almweiden aufgegeben. Generell ist laut Agrarstrukturerhebung der Statistik Austria die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe zwischen 2020 und 2023 um fast neun Prozent gesunken.

Landwirtschaft und Tourismus – eine Symbiose

Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, müssen Landwirtschaft und Tourismus an einem Strang ziehen – denn sie sind untrennbar miteinander verbunden. Wo sich die Landwirtschaft zurückzieht, breitet sich Wald aus. Die Landschaft schließt sich, wird dadurch monotoner und für den Tourismus langfristig unbrauchbar. Der wichtigste Hebel: Österreich durchgängig bis auf den Teller. Nur wenn regionale Lebensmittel in der Breite der Gastronomie Vorrang erhalten, kann unsere heimische kleinstrukturierte Landwirtschaft bestehen – und mit ihr der Tourismus.

Neugierig geworden?

Der neue Report „Landwirtschaft, Lebensraum & Tourismus“ von Land schafft Leben beleuchtet unter anderem die Entstehung der Kulturlandschaft, die Geschichte des Tourismus, die vielfältigen Leistungen der Almwirtschaft und den Mehrwert, den der Tourismus für die Landwirtschaft bringt.

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