Österreich ist eine Brotnation, doch wie gesund ist Brot eigentlich?

Es gehört zu unserem Speiseplan wie kaum ein anderes Lebensmittel: Brot. Daher gibt es in kaum einem anderen Land eine so große Vielfalt an Brot und Gebäck wie hierzulande. Nun stellt sich die Frage: Wie gesund ist Brot eigentlich? Land schafft Leben klärt zu den wichtigsten Gesundheitsaspekten von Brot auf.

© Land Schafft Leben

Wir Österreicherinnen und Österreicher essen gerne Brot und Gebäck. Wie viel dies genau ist, kann man nur mit Richtwerten bemessen, denn die Datenlage ist bei Brot aufgrund der großen Vielfalt an verschiedenen süßen wie auch pikanten Gebäcksorten dürftig. Schließt man Schwarz-, Weiß-, Spezial-, Knödel- sowie auch Weißgebäck mit ein, liegt der Pro-Kopf-Verbrauch in einem Jahr bei etwas über 50 Kilogramm.

Vollkorn oder Weißgebäck?

Grundsätzlich ist bekannt, dass Vollkornbrot gesünder ist als Weißgebäck wie etwa Semmeln. Doch warum ist das so? Wie der Name schon sagt wird im Gegensatz zu Weißmehl bei Vollkornmehl das gesamte – volle – Korn vermahlen. Dadurch ist es reich an Mineralstoffen, Vitaminen und Ballaststoffen. Vollkornbrot macht aufgrund der Ballaststoffe somit länger satt und wirkt sich positiv auf die Verdauung aus. Der Nährwert des Brotes kann zudem durch die Verwendung von verschiedenen Getreidearten gesteigert werden. Besonders nährstoffreich und gesund ist Hafer. Dieser punktet verglichen mit Roggen oder Weizen mit einem höheren Eisen- und Vitamin-B1-Anteil. Die Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) empfiehlt übrigens, täglich vier Portionen Getreideprodukte und Kartoffeln. Eine Portion entspricht zum Beispiel einer handflächengroßen Scheibe Brot.

Langkettige Kohlenhydrate machen den Unterschied

Die in Getreideprodukten wie Brot enthaltenen komplexen bzw. langkettigen Kohlenhydrate werden vom Körper nur langsam verwertet und verzögern den Blutzuckeranstieg daher. Auf diese Weise sorgen sie für eine bessere und länger anhaltende Sättigung als einfache beziehungsweise kurzkettige Kohlenhydrate wie etwa Traubenzucker. Ebenso wirken sie sich positiv auf den Cholesterinspiegel und die Verdauung aus. Zusammen mit Ballaststoffen leisten komplexe Kohlenhydrate damit einen wertvollen Beitrag zur Verminderung des Risikos für Übergewicht, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen sowie Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Erwähnenswert ist auch der Anteil an Eiweiß im Brot. Eiweiß ist ein wichtiger Baustein für unsere Muskeln und unser Immunsystem. Brot ist zwar nicht so eiweißhaltig wie etwa Milch oder Fleisch, deckt jedoch bei vielen Menschen einen Teil des täglichen Eiweißbedarfs. Besonders eiweißhaltig ist sogenanntes Eiweißbrot. Der hohe Eiweißanteil entsteht überwiegend durch den Einsatz von Samen, Nüssen und pflanzlichen Proteinen wie Weizen- oder Sojaprotein, sowie teilweise durch Milchproteine. Allerdings enthält Eiweißbrot auch mehr Fett und somit ebenfalls mehr Kalorien.

Verstecktes Salz im Brot

Obwohl man Brot nicht mit Chips, Fertigprodukten und Co. vergleichen kann, enthält es dennoch eine nicht zu unterschätzende Menge Salz. Der Salzgehalt von zwei Scheiben Brot liegt bei etwa 1,5 Gramm. Empfohlen werden pro Tag bis zu sechs Gramm. In der Brotherstellung wird zunehmend versucht, den Salzgehalt zu senken. Dies geschieht zum Beispiel durch die Verwendung ganzer Salzkristalle, wodurch zwar die Salzmenge, nicht aber der Geschmack reduziert wird. Auch Sauerteig- und Gewürzbrote kommen durch ihren kräftigeren Eigengeschmack mit weniger Salz aus. Allgemein gelten Brotrezepturen mit Sauerteig oder langer Teigführung zudem als leichter bekömmlich.

Leave a Reply