„Das bringt definitiv Sichtbarkeit.“

Rund 3.800 Menschen folgen Christof Kastner auf LinkedIn, seine Beiträge werden vielfach geliked, kommentiert, weitergeleitet. Warum er auf LinkedIn präsent ist und wie man dieses Social Media-Marketinginstrument erfolgreich bespielt, verrät der Geschäftsführende Gesellschafter der KASTNER Gruppe im exklusiven retail-Interview.

Was macht für Sie einen guten LinkedIn-Auftritt aus?

Christof Kastner: Am wichtigsten, aus meiner Sicht, ist Authentizität. Man sollte so posten, wie es einem entspricht. Ist jemand zum Beispiel gar nicht extrovertiert, sieht man das auf Selfies, die dann oft gekünstelt oder gestresst wirken. Dann sollte man lieber ohne Selfies posten. Bei mir sind die Selfies Fixpunkte. Dazu schreibe ich, direkt und ungefiltert, worum es geht.

Wollen bei Events viele mit Ihnen am Foto sein, um von Ihrer Reichweite zu profitieren?

Das kann ich so nicht bestätigen. Aber immer wieder erzählen mir Leute, dass sie in ihrem Umfeld darauf angesprochen werden, wenn sie mit mir auf einem LinkedIn-Selfie sind. Dieser Social Media-Kanal sorgt definitiv für Sichtbarkeit und zeigt der Öffentlichkeit, was man so tut. Dementsprechend überlege ich mir auch gut, mit wem ich mich auf einem Foto zeige.

Christof Kastner
Christof Kastner zählt zu den erfolgreichsten Retail-Influencern des Landes
(Fotocredit: Fotostudio Huger / studiohuger.at)

Was ist noch wichtig für einen guten LinkedIn-Auftritt?

Kontinuität. Postet jemand selten, wird der Kreis ein kleinerer bleiben. Gleichzeitig sollte das Posten aber nie reiner Selbstzweck sein. Man sollte nur etwas posten, wenn es etwas Neues gibt. Etwas, das für andere interessant sein könnte. Ich poste im Schnitt etwa alle zwei Tage. Es gibt dafür keinen Regieplan. Wenn ich Dinge tue oder erlebe, die aus meiner Sicht wichtig oder interessant für unsere Partner:innen, unsere Kund:innen und Mitarbeiter:innen sind, dann mache ich darüber einen Beitrag und poste ihn.

Welche Beiträge kommen besonders gut an?

Das ist spannend, weil man das im Voraus meist schwer sagen kann. Es liegt wohl immer auch am Zeitpunkt oder an der Reihung durch den Algorithmus. Ein großes Echo hat zum Beispiel ein Beitrag hervorgerufen, der mich als Actionfigur zeigt. Für mich war das gar nicht so spektakulär, der Beitrag hat aber anscheinend einen gewissen Nerv getroffen. Ein guter Beitrag kommt bei mir auf 1.500 Impressions (=Aufrufe, Anmerkung der Red.), dieser hatte 5.000. Aber: Ich glaube, das einzelne Posting ist gar nicht so wichtig. Es geht um die Kontinuität, um das Gesamtbild. In meinem Fall: Ungefilterte, authentische Informationen. Ich mache alle Beiträge selbst, da gibt es keine Agentur dazwischen.

Corporate Influencing soll auch nach Innen wirken: Können Sie das bestätigen?

Absolut. Wir haben inzwischen über 1.000 Mitarbeiter:innen. Daher wird es immer wichtiger, Informationen aus erster Hand zu teilen. Ich bin sehr viel für die Firma unterwegs, es wäre aus Zeitgründen gar nicht möglich, allen – oder auch nur der Führungsebene – immer zu erzählen, was da los war. Via LinkedIn können sie live dabei sein und auf dem Laufenden bleiben. Außerdem motivieren meine Aktivitäten Mitarbeiter:innen, unsere Firma auf Social Media zu repräsentieren.

Wie viel Zeit verbringen Sie täglich auf LinkedIn?

Maximal eine halbe Stunde. Während des Tages gar nicht. Am Abend scrolle ich dann kurz durch. Ich bin kein Social Media-Freak und habe bewusst keinen Professional Account, wo ich Daten auswerten könnte. Das überlasse ich anderen. Ich würde auch nicht für eine Reichweiten-Kampagne bezahlen. Meine Reichweite ist generisch über die Jahre gewachsen.

Neben LinkedIn nutzen Sie auch Instagram. Warum gerade diese beiden Plattformen?

Ich habe nie auf Facebook etwas gepostet. Von Twitter habe ich mich zurückgezogen, als es noch Twitter hieß, weil mir dieses Krakeelen und Streiten zutiefst zuwider ist. Das ist nicht die Art und Weise, wie wir arbeiten und kommunizieren. Auf LinkedIn und Instagram gibt es eher ein konstruktives Miteinander als Streitereien. Bei LinkedIn steht meine Arbeit in der KASTNER Gruppe im Fokus. Auf Instagram gibt es zusätzliche Einblicke zum Thema Essen & Trinken sowie in das Wirtschaftsforum Waldviertel. Da ich seit meiner Jugend auch fotografiere, poste ich diese Schwarz-Weiß-Bilder, um auch diese Facette von mir zu zeigen. Auf Instagram habe ich auch einige internationale Kanäle – Times Of India, Times of Japan, NewYork Times, Guardian – abonniert, um einen globalen Blick zu haben, was sich so tut auf dieser Welt.

Was wird Ihr nächstes Posting sein?

Ich fahre anschließend zur 100-Jahrfeier des Österreichischen Markenartikelverbands. Da gibt es dann ein Posting dazu.

Posting-Tipp:
Sie eröffnen neu oder haben eine Filiale umgebaut? So kann man das Projekt auf LinkedIn schön in Szene setzen.

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