Kaum ein Umweltprojekt wurde im Vorfeld so kontrovers diskutiert wie das österreichische Einweg-Pfandsystem. Zu bürokratisch, zu kompliziert, hieß es. Doch nur wenige Monate nach dem Start sprechen die Fakten für sich: Das System funktioniert – und zwar besser als viele dachten.

Zwischen 1. Jänner und Mitte März haben bereits mehr als zwölf Millionen Kunststoffflaschen und Metalldosen ihren Weg zurück in den Wertstoffkreislauf gefunden – ein echter Meilenstein für das Projekt, das Recycling Pfand Österreich landesweit umsetzt. „Gleichzeitig wird das achtlose Wegwerfen von Gebinden in die Natur maßgeblich reduziert“, freuen sich Monika Fiala und Simon Parth, die Geschäftsführung von Recycling Pfand Österreich.
„Wir freuen uns, dass das Einweg-Pfandsystem gut angelaufen ist und von den Konsument:innen positiv angenommen wird: Bereits zwölf Millionen Gebinde wurden bis dato retourniert. Diese Zahl steigt exponentiell und die Rückgabe im Handel verdoppelt sich aktuell wöchentlich“, so Fiala. Auch die Einstellung zum Pfandsystem ist laut der aktuellsten Umfrage bedeutend hoch: Rund 80 Prozent der Österreicher:innen befürworten das neue Einweg-Pfandsystem.
Täglich eine Million Gebinde
Die hohe Akzeptanz des neuen Systems bestätigt auch Tor Martin Myrhaug, Managing Director von TOMRA Collection Austria. Der bisherige Spitzenwert liegt bereits bei rund einer Million entgegengenommener Einweggebinde an einem einzigen Tag alleine über TOMRA-Rücknahmeautomaten. Mit den innovativen Systemen des Herstellers wird die Rückgabe effizient, benutzerfreundlich und platzsparend gestaltet. Um die Prozesse weiter systematisch zu optimieren, arbeitet TOMRA kontinuierlich an der Weiterentwicklung dieser Technologien.
„Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft braucht Bewusstsein und smarte Lösungen. Mit unseren innovativen Rücknahmesystemen ermöglichen wir Händlern, Getränkeproduzenten und Konsument:innen, aktiv zum Ressourcenschutz beizutragen“, erläutert Tor Martin Myrhaug.

Kreislaufwirtschaft: zentraler Baustein für Ressourcenschonung
Insgesamt gibt es über 12.200 Rückgabestellen in ganz Österreich. Werden die Gebinde über Rücknahmeautomaten retourniert (ca. 90 % der Gesamtmenge), übernehmen diese bereits vor Ort die Zählung und Kompaktierung der Gebinde. Anschließend werden die Flaschen und Dosen über die Lieferlogistik der Handelsunternehmen in die Handelsläger gebracht, verpresst und im Nachgang in die Sortieranlagen überführt. Getränkeproduzenten haben durch das Pfandsystem erstmalig ein Vorkaufsrecht auf die eingebrachten Materialien und können diese in sortenreiner Form wieder zurückkaufen. Dieses Material wird in mehreren Verarbeitungsschritten recycelt und fließt anschließend als Rohstoff in die Produktion neuer Getränkeverpackungen ein.
Im Rahmen der manuellen Rückgabe (ca. 10 Prozent der Gesamtmenge) kommen die leeren und unzerdrückten Pfandgebinde über bestehende Logistikketten in die Zähl- bzw. Sortieranlagen von Recycling Pfand Österreich. Hier werden die Flaschen und Dosen zuerst gezählt, anschließend nach Material und Farbe sortiert und anschließend wie oben beschrieben behandelt.
Bevölkerung fühlt sich gut informiert und befürwortet das Pfandsystem
Laut einer aktuellen Umfrage von marketagent im Auftrag von Recycling Pfand Österreich geben 73 % der Bevölkerung an, bereits gut über das Pfandsystem informiert zu sein. 84 % der Österreicher:innen wissen, woran sie Pfandgebinde erkennen können – nämlich am Pfandlogo über dem Strichcode. Knapp neun von Zehn (87 %) wissen, dass sie die Gebinde unzerdrückt zurückgeben müssen.
Die Pfandverordnung sieht im ersten Jahr eine Rücklaufquote von 80 % vor, die bis 2027 auf 90 % gesteigert wird – damit erfüllt Österreich bereits vor dem Zieldatum von 2029 die EU-Vorgaben für das Sammelziel von 90 %.
