Endspurt vor dem Einwegpfand: Handling-Probleme, über die zuletzt die Würstelstand-Betreiber klagten, treffen auch kleinere Lebensmittelhändler oder Bäckereiketten. Dabei würde eine einfache Lösung Abhilfe schaffen.
Mit 1. Jänner 2025 tritt das neue Pfandsystem für Einweg-Kunststoffflaschen und -Getränkedosen in Kraft. Während sich die großen Lebensmittelketten in einem enormen Kraftakt längst gut auf die Umstellung vorbereitet haben, ist vor allem aus der Gastronomie weiterhin lautes Murren zu vernehmen. Zuletzt begehrten die Wiener Würstelstände gegen die Neuregelung auf und warnten vor einem Ende der Würstelstandkultur aufgrund der neuen Rücknahmepflicht. Neben der Bürokratie wurde vor allem beklagt, dass in den Verkaufsständen kein Platz für die rückgenommenen Flaschen und Dosen sei. Aber auch kleinere Lebensmittelhändler und Bäckereiketten, die sich keine großen Pfandautomaten leisten wollen oder denen schlichtweg der Platz dafür fehlt, plagen ähnliche Sorgen.
Platzsparende Lagerung
Zumindest das Platzproblem ließe sich leicht entschärfen, argumentiert Hubert Troppmann, Gründer von Tinventions. Der Unternehmer hat einen Sammelautomaten mit integrierter Presse entwickelt, die eine platzsparende und hygienische Lagerung von Pfandgebinden ermöglichen soll. Er sieht seine Presse als „kostengünstigste Sammelhilfe für kleine Rücknahmestellen von Pfandgebinden“. Bis zu 600 Dosen oder 240 PET-Flaschen könnten flachgedrückt in einem 110-Liter-Sack gesammelt werden, was eine platzsparende Lagerung sowie einen (aufgrund der längeren Abholintervalle) kostengünstigeren und emissionsarmen Weitertransport zu den Sortieranlagen ermögliche. „Bis zu 70 % des Lagerraums können durch flach gedrückte Pfandgebinde eingespart werden“, meint Troppmann.

In der Schweiz ist Tinventions bereits erfolgreich am Markt, auch in Österreich erhofft sich der Gründer gute Geschäfte. Ein Problem gibt es freilich noch: Laut derzeitigem Stand würden die großen Getränkeabfüller ihre Pfandgebinde auch nach dem 1. Jänner 2025 nicht mit einem eindeutigen SGTIN kennzeichnen. Eine solche eindeutige Kennzeichnung wäre aber die Grundlage dafür, dass die Dosen oder PET-Flaschen nach ihrer Registrierung in den händischen Sammelstellen flachgedrückt werden dürften.
Ein viertel Quadratmeter genügt
„Es wäre für Rücknehmer an kleinen Rücknahmestellen eine wesentliche Erleichterung, Dosen und PET-Flaschen flach zu drücken. Das Pfandlogo bleibt bei der axialen Verdichtung immer lesbar, und auch die Lesbarkeit des Barcodes bleibt zu mehr als 95 % erhalten“, so Troppmann. Eine Stellfläche von nur 0,25 m2 für den patentierten Sammelautomaten von Tinventions, ergänzt mit einem geeigneten Handscanner würde das Platzproblem an kleinen Rücknahmestellen wesentlich entschärfen.

Dabei ist es für Hubert Troppmann ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis sich seine Lösung durchsetzt. Die mit der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR) angestrebte EU-weite Harmonisierung der Pfandsysteme sehe ohnehin eine eindeutige und damit auch betrugssichere Kennzeichnung aller Pfandgebinde vor. „Zumindest mit Mitte 2026 ist also damit zu rechnen, dass der steinzeitliche Lose-Transport von Pfandgebinden zu den Zählstellen durch eine eindeutige Kennzeichnung aller Pfandgebinde beendet wird“, schließt Troppmann.
