E-Commerce: Paketmengen steigen ungebremst weiter

Der jüngst veröffentlichte Jahresbericht der RTR entlarvt Berichte über Rückgänge im E-Commerce als Mythos. Die Anzahl der in Österreich zugestellten Paketsendungen ist auch in den Nach-Corona-Jahren deutlich angestiegen. Verändert haben sich allerdings die Herkunftsmärkte.

Die österreichischen Postdiensteanbieter hatten im vergangenen Jahr wieder alle Hände voll zu tun. Das zeigen die Zahlen des kürzlich veröffentlichten Post Monitor Jahresberichts 2023 der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR), die die Geschäftsentwicklung aller am Markt tätigen Post- und Paketdienstleister abbildet.

Entgegen vieler anderslautender Meldungen setzte sich der Aufwärtstrend am Paketmarkt auch nach dem Ende der Corona-Pandemie ungebrochen fort: Rund 358 Mio. Pakete wurden 2023 in Österreich zugestellt. Das sind um gut 10 % mehr als im Jahr davor. Gegenüber 2021 – dem vermeintlichen Höhepunkt des durch die Pandemie weiter befeuerten Online-Shopping-Booms – bedeutet das sogar ein Plus von 16 %. Über die letzten acht Jahre hinweg zeigen die Zahlen ein nahezu lineares Wachstum, die beiden Jahre der Corona-Pandemie (2020/21) stechen dabei gar nicht sonderlich hervor.

Das Wachstum der letzten beiden Jahre fällt zusammen mit dem Aufstieg der Fernost-Plattformen Shein und Temu. Der Handelsverband schätzt, dass in diesem Jahr mehr als 1 Mrd. Euro von den Konsumausgaben der Österreicherinnen und Österreicher an derartige Plattformen fließen wird. „Vor allem in den vergangenen Jahren verstärkte sich durch Online-Shopping der Trend immer größer wer­dender Paketmengen, die aus dem Ausland nach Österreich transportiert und erst im Inland auf den Post­weg gebracht werden“, heißt es denn auch im RTR-Jahresbericht.

Dass sich dieser Trend wohl auch heuer fortsetzen wird, zeigen die heute veröffentlichten Geschäftszahlen der Österreichischen Post für das 1. Halbjahr 2024. Demnach sind die Umsätze des Marktführers im Geschäftsbereich Paket & Logistik um 15,2 % gestiegen. Wie die folgende Grafik zeigt, gab es im Vorjahr in jedem einzelnen Quartal neue Rekordzahlen beim beförderten Paketvolumen.

Marktführer bei der Paketzustellung ist weiterhin mit großem Abstand die Österreichische Post. Sie kommt auf einen Marktanteil nach Sendungsmengen von 52,9 % vor Amazon mit 16,4 %, DPD mit 14,8 % und GLS mit 6,7 %. Die übrigen kleineren Postdiensteanbieter stellen 9,2 % der Pakete zu.

Auch bei einer Betrachtung nach Umsatz zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier erreicht die Post 58,4 % vor Amazon mit 15,3 %, DPD mit 11,1 % und GLS mit 6,9 %. Einige kleinere Anbieter erwirtschafteten insgesamt 8,3 % des Umsatzes.

Insgesamt erhöhten sich die Branchenumsätze für im Inland zugestellte Paketsendungen 2023 um 9 % auf 1,165 Mrd. Euro. Zum Vergleich: 2016 lagen die entsprechenden Umsätze noch bei 569 Mio. Euro.

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