Bunt gefärbte Eier, Osterjause, Pinze oder Osterlamm: Rund um Ostern greifen Konsumentinnen und Konsumenten verstärkt zu traditionellen Lebensmitteln. Das Feiertagsgeschäft bringt eine große Verantwortung für den Handel mit sich: Wer regionale Lebensmittelqualität in den Fokus stellt und Herkunft sichtbar macht, kann die österreichische Lebensmittelproduktion positiv beeinflussen. Der Verein Land schafft Leben klärt auf.

Tradition trifft Kaufentscheidung
Bunte Ostereier, Osterschinken, Brot, Kren und Senf sind für viele Österreicherinnen und Österreicher ein fixer Bestandteil des Osterfestes. Auch eine süße Ergänzung darf am Ostertisch oder im Nest nicht fehlen. In weiten Teilen Österreichs hat die Osterpinze Tradition, in Kärnten ist der Reindling die Grundlage der Jause, in Salzburg wird oft ein Biskuit-Lamm serviert und in Oberösterreich wird meist der geflochtene Osterstriezel verschenkt. Diese kulinarische Vielfalt ist mehr als Tradition: Konsumentinnen und Konsumenten legen sich mit solchen vertrauten, hochwertigen Produkten auch ein Stück Esskultur und Identität in den Einkaufswagen.
Herkunft als entscheidender Faktor
Die Herkunft der Lebensmittel ist eines der fünf wichtigsten Kaufkriterien im Lebensmittelhandel. Das zeigt die Eurobarometer-Umfrage 2025 zum Thema „Lebensmittelsicherheit in der EU“. Besonders bei tierischen Lebensmitteln wie Eiern oder Fleisch spielt Transparenz eine zentrale Rolle. Beispiel Eier: In Österreich sind Frischeier aus unterschiedlichen Haltungsformen erhältlich, oft sind die Tierwohlstandards höher als in vielen anderen Ländern. Unter anderem haben Legehennen hierzulande vergleichsweise mehr Platz. In Form von verarbeiteten Produkten können es allerdings auch Käfigeier aus dem Ausland ins Nest oder auf den Festtagstisch schaffen. Vom gekochten und gefärbten Osterei bis zum fertigen Ostergebäck: Bei verarbeiteten Lebensmitteln müssen sowohl die Herkunft als auch die Haltungsform nicht angegeben werden. Allerdings schätzen Konsumentinnen und Konsumenten eine freiwillige Kennzeichnung – denn nur damit können sie sich bewusst für österreichische Ware entscheiden.
Auch beim Osterschinken lohnt sich ein genauer Blick: Er gilt als verarbeitetes Lebensmittel, seine Herkunft bleibt daher oft anonym. Österreichische Fleischqualität anzubieten, schafft Mehrwert und Wettbewerbsvorteile. Regionale Produkte im Supermarktregal zu kennzeichnen und gezielt hervorzuheben, gibt den Kundinnen und Kunden Orientierung. Gerade beim Schweinefleisch hat Österreich einen besonders hohen Selbstversorgungsgrad. An heimischem Schinken beziehungsweise Geselchten, wie es in vielen Regionen üblich ist, mangelt es uns daher auch zu Ostern nicht.
Sortiment mit Zukunft
Der Handel entscheidet mit, was im Osternesterl landet – und damit auch, welche Landwirtschaft Zukunft hat. Wer Herkunft klar kennzeichnet, verstärkt heimische Lebensmittel ins Sortiment nimmt und diese Spezialitäten entsprechend präsentiert, ermöglicht bewusste Konsumentscheidungen – und fördert so auch die österreichische Lebensmittelproduktion und Versorgungssicherheit. Gerade zu Ostern, wenn Tradition und Emotion den Einkauf prägen, ist die Bereitschaft da, zu hochwertigen und regionalen Produkten zu greifen. Es lohnt sich, diese Chance zu ergreifen. Denn was wäre Ostern ohne traditionelle, österreichische Köstlichkeiten im Nest oder am Teller?
