“Wir geben nicht nur unsere Gesichter her”

Seiler und Speer sind aus der österreichischen Musikwelt nicht wegzudenken. Kein Wunder, dass sie als Markentestimonals heiß begehrt sind. Ein Gespräch über Influencer, Werte und ihr Jubiläums-Konzert im Sommer 2025.

Ein Outtake aus dem Covershooting für die nächste Print-Ausgabe unseres Magazins retail, in dem dieses Interview ebenfalls zu finden ist. (© Pascal Riesinger)

In der Coverstory der kommenden Printausgabe des Magazins retail geht es um prominente Testimonials für Handelsunternehmen. Fällt euch eine Werbung mit einem Promi ein, die euch besonders gut im Gedächtnis geblieben ist?

Christopher Speer: Spontan denke ich an George Clooney und die Werbung für Kaffee.

Unternehmen werben auch viel mit Influencer:innen. Euer Lied “Principessa” thematisiert das Influencertum kritisch. Habt ihr als Musiker mit Influencer:innen viel gemein?

Seiler und Speer: Nein, ganz und gar nicht. Es ist das Konzept von Influencer:innen, dass sie Kundschaft anziehen müssen. Davon leben sie schließlich. Influencer:innen wollen – das sagt schon der Name – beeinflussen. Das ist absolut nicht das, was wir anstreben. Das ist bei uns nicht der Fall, denn wir präsentieren uns über unsere Musik. Wenn dann Werbepartner:innen auf uns zukommen, ist das nur eine Folgeerscheinung unserer Arbeit.

Ihr promotet gerade ein eigens gebrautes Bier, das es exklusiv bei Billa gibt. Was muss ein Produkt bieten, damit ihr dafür als Testimonials zur Verfügung stehen würdet?

Seiler und Speer: Es muss auf jeden Fall mit unseren Werten vertretbar sein. Wir würden uns nie für fragwürdige Geschäfte hergeben. Wir haben auch schon Werbeangebote abgelehnt. Stichwort: die Fußball-WM in Quatar.

Habt ihr wirklich bei der Entstehung des Seiler & Speer-Biers selbst mitgearbeitet?

Seiler und Speer: Ja, natürlich. Wir haben an Verkostungen teilgenommen und waren tatsächlich stark in die Geschmacksentwicklung eingebunden. Uns war es wichtig, dass wir an der Entstehung des Produkts teilnehmen. Wir wollten nicht einfach nur unsere Gesichter hergeben. Das wäre uns zu wenig gewesen.

Das Retail-Magazin erscheint am 14. Dezember 2024. (Coverbild © Pascal Riesinger)

Habt ihr eigentlich eine Lieblingsnummer unter euren Songs?

Christopher Seiler: Könnte ich wirklich nicht sagen. Ich habe einen Bezug zu jedem einzelnen Song. Sonst hätte ich ihn ja nicht geschrieben. Außerdem glaube ich, dass Musiker generell ihre eigene Musik nicht anhören.  

Ihr habt eben den neuen Song „Irgendwie“ herausgebracht. Wann wird euer nächstes Album erscheinen?

Christopher Seiler: Wir arbeiten gerade daran, es soll im Frühjahr nächsten Jahres fertig sein.

Ihr singt österreichischen Dialekt. Im kommenden Jahr tourt ihr durch Deutschland und kommt dabei sehr weit über die „Weißwurstgrenze“ hinaus. Verstehen die Leute dort eure Texte?

Christopher Seiler: Wir haben das Gefühl, dass die Leute sich sehr mit unseren Texten beschäftigen. Sie googeln sie vielleicht. Zumindest singen sie immer mit. Aber ehrlich: Bei englischen Songs verstehen wir auch nicht alles, und das macht nichts.

Am 19.7.2025 plant ihr ein ganz besonderes Konzert im Wiener Happel-Stadion. Was ist der Anlass und worauf dürfen wir uns freuen?

Seiler und Speer: Wir feiern das zehnjährige Jubiläum unseres ersten großen Hits „Ham kummst“ mit einem großen Konzert. Das heißt, besser sagt man dazu wohl, es wird ein richtiges Seiler und Speer-Festival. Wir haben auch prominente Gäste dabei, die uns helfen, den Tag zu etwas Besonderem zu machen.

Zum Schluss noch eine Frage, die mit dem Handel zu tun hat: Was war euer letzter größerer Einkauf?

Christopher Seiler: Bei mir war es ein Hochzeitsanzug. Mein Bruder heiratet. Ich bin sein Trauzeuge und habe ihm daher den Anzug gekauft.

Bernhard Speer: Ich habe im Sommer einen Kinderspielplatz mit Klettergerüst und Schaukel für den Garten gekauft. Das habe ich dann selbst zusammengebaut. Ich habe das geschafft. Aber nochmals mache ich das nicht selbst.

Vielen Dank für das Gespräch!

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