Marina Lacković – alias Malarina – steht zurzeit mit ihrem zweiten Kabarettprogramm „Trophäenraub“ auf der Bühne. Die gebürtige Serbin versucht – wie sie selbst sagt –, mit dem Kabarett zur Völkerverständigung zwischen Schwabos, Tschuschen und Elite-Tschuschen beizutragen.

Wie sind Sie zum Kabarett gekommen?
Ich hatte immer schon den Wunsch, kreativ zu schreiben. Eigentlich hätte ich mich mit einem Platz hinter der Bühne, als Gag-Autorin, auch zufriedengegeben. Dann hatte ich aber das große Glück, Denice Bourbon vom PCCC* (Anm: Wiens erstem Political Correct Comedy Club) zu begegnen und ihr meine Texte zeigen zu dürfen. Sie schlug mir vor, diese selbst zu performen.
Wie ist Ihr Alter Ego Malarina entstanden?
Malarina hat in jedem Programm ein anderes Motiv. Gerade ist sie inspiriert von Österreichs Erbgesetz und der Tradwive-Bewegung.
Ihr erstes Programm „Serben sterben langsam“ war ein riesiger Erfolg. Haben Sie beim Schreiben von „Trophäenraub“ einen erhöhten Erwartungsdruck gespürt?
Alles was man über das zweite Programm hört, ist wahr. Der Druck ist natürlich viel größer, weil das erste Programm keiner bei einem „bestellt“ hat und man nichts zu verlieren hat. Es war mir wichtig, meine Figur weiterzuentwickeln. Doch musste es auf eine Art geschehen, die mein Publikum mit mir mitgehen möchte – und ich bin dankbar, dass es das tut.
Wie ist die Idee zu „Trophäenraub“ entstanden?
Ich habe mich mit der Vermögensverteilung beschäftigt sowie mit den Gesetzen und historischen Entwicklungen, die diese Verteilung begünstigt haben.
Sie treten sehr oft mit Ihren Programmen auf. Werden die Auftritte nicht irgendwann zur Routine?
Ja, die Abläufe werden routinierter. Trotzdem ist jeder Auftritt, jede Bühne und jedes Publikum besonders und hat seine Eigenheiten. Es macht Spaß, zu beobachten, wie die Menschen in unterschiedlichen Orten auf den Text reagieren.
Wie entspannen Sie zwischen den Auftritten?
Entspannung liegt mir nicht wirklich.
Sie haben schon viele Auszeichnungen bekommen. Was war die für Sie bislang wichtigste „Trophäe“?
Ich achte alle meine Auszeichnungen. Sie bedeuten mir, ehrlich gesagt, schon viel, und ich erinnere mich an jede Preisverleihung gerne zurück. Am bewegendsten war die Verleihung des „Salzburger Stiers“, weil meine Familie dafür angereist ist – und auch die des Österreichischen Kabarettpreises, weil das mein erster Preis war.
Was sind für Sie als Kabarettistin die größten Herausforderungen?
Das politische Kabarett hatte es schon lange nicht so schwer. Kabarettist*innen werden eingeschüchtert durch Klagen und Drohungen. Eine Demokratie, die keine Satire aushält, hat ein großes Problem. Inzwischen lasse ich mich, wenn Themen besonders delikat sind, rechtlich beraten – und diese Entwicklung finde ich alarmierend.
Was meine Soloprogramme angeht, schreibe ich gerne einen Mix aus Geschichte, Politik und Alltagskomik. Meine persönliche Herausforderung ist es, ein abendfüllendes Programm zu schreiben, dass unterschiedliche Personengruppen abholt.
Gibt es neben dem Kabarett noch andere Talente, die Sie in Zukunft beruflich zeigen möchten?
Ich schreibe gerne auch andere Texte, die nicht „nur“ lustig sind. Vielleicht teile ich einen dieser Texte einmal mit euch, wenn der Zeitpunkt passt.
Einmal rappen bitte!
DER HANDELS-WORDRAP MIT Marina Lacković
Čevape, Tiroler Gröstl oder Wiener Schnitzel? Čevape.
Mein dümmster Frustkauf war… Ich shoppe frustriert nicht, ich esse.
An diesem Geschäft kann ich nicht vorbeigehen… Alles, was „on sale“ ist..
Mein bester Spontankauf war… Ich warte auf den Abverkauf. Was gefällt, kommt auf die Merkliste und wird beobachtet wie eine Aktie.
Einkaufen online oder lieber im Geschäft? Kostüme und für besondere Anlässe im Geschäft (am liebsten bei BUGARIČ).
