Global Leaders Summit stärkt Frauen in Führungspositionen

Vor wenigen Wochen trafen sich 600 weibliche Führungskräfte aus 50 Ländern im Wiener Rathaus, um über die Zukunft der Führung zu diskutieren. Die Vorurteile gegenüber Mangerinnen sind weiter massiv, der Frauenanteil in den Chefetagen steigt nur langsam. Es gibt noch viel zu tun.

Mahdis Gharaei & Tanja Sternbauer (Co-Founder & Co-CEO, the female factor) © Valerie Maltseva

Präsentiert wurde am Global Leaders Summit der „Reykjavík Index for Leadership“, der die Geschlechtergleichstellung in Führungspositionen messen soll. Demnach fühlt sich weiterhin jeder und jede Zweite unwohl, wenn eine Frau an der Spitze eines Unternehmens steht. Besonders bedenklich:

  • Gegenüber der gleichen Untersuchung vor zwei Jahren sind die Vorurteile gegen Frauen in Management-Positionen sogar noch gestiegen.
  • Besonders stark ausgeprägt sind sie bei jüngeren Mitarbeiter:innen.
  • Frauen hegen gegenüber weiblichen Führungskräften fast ebenso große Vorurteile wie Männer.

Dass es sich dabei tatsächlich um Vorurteile handelt, belegt eine groß angelegte und in der Harvard Business Review veröffentlichte Studie des US-Researchers Zenger Folkman, für die die Leistungen von 78.000 Führungskräften erfasst und bewertet wurden. Das Ergebnis: In 16 von 19 beurteilten Kompetenzbereichen schlagen sich Frauen im Schnitt besser als Männer. „Frauen sind signifikant effektivere Führungskräfte, aber Männer treten mit höherem Selbstbewusstsein auf“, fasste Studienautor Joe Folkman zusammen. Sein Fazit: „Wenn ich zwei gleich qualifizierte Bewerber vor mir hätte, einer männlich, eine weiblich, würde ich die Frau nehmen.“

The female factor will Leadership neu definieren

Um genau diese Vorurteile abzubauen und den gesellschaftlichen Wandel zu beschleunigen, hat the female factor (TFF) mit Unterstützung der Stadt Wien im Jahr 2022 die globale Initiative „Leadership:Redefined“ ins Leben gerufen mit dem Ziel: Führungsqualitäten neu zu definieren, die wirtschaftliche Partizipation von Frauen zu stärken und zukünftigen Generationen den Weg in diversere Führungsetagen zu ebnen.

In weniger als zwei Jahren hat Leadership:Redefined mehr als 8 Mio. Frauen in 96 Ländern erreicht, weltweit über 2000 weibliche Führungskräfte miteinander vernetzt und 365 Frauen vor den Vorhang geholt. Mit ihrem „Leadership Pledge“ streben die Gründerinnen von the female factor bis 2030 das Sichtbarmachen von 1 Mio. weiblicher Führungskräfte an. Durch die Unterstützung institutioneller Teilnehmer wie der Stadt Wien soll das Movement an Stärke und Geschwindigkeit gewinnen.

Gender Pay Gap: Österreich fast Schlusslicht

Bereits am Vorabend des Summits, der das Highlight der Initiative war, versammelten sich 100 internationale weibliche Führungskräfte im Park Hyatt zum gemeinsamen Abendessen im exquisiten Ambiente. Bevor es dann am nächsten Morgen mit 500 weiteren vorrangig weiblichen Speakerinnen, Managerinnen und Unternehmerinnen wichtige Impulse zum Thema Equal Pay und Gehaltstransparenz, die Rolle von Künstlicher Intelligenz insbesondere für weibliche Führungskräfte, sowie Nachhaltigkeit und viele andere Themen diskutiert wurde. 

Auch bei der gleichen Bezahlung ist noch viel zu tun: Laut den jüngsten Eurostat-Daten verdienen Frauen und Männer in der Privatwirtschaft pro Stunde um 12,7 % weniger brutto als Männer, Österreich liegt dabei im Vergleich aller 27 EU-Staaten auf dem blamablen vorletzten Platz mit sogar 18,4 % Unterschied im Bruttostundenverdienst zwischen Mann und Frau.

Positiv-Beispiele: Ikea, Unicredit Bank Austria und Google

Um zu zeigen, dass es auch anders geht, holte the female factor auch Vertreterinnen von Vorreiter-Unternehmen wie Ikea, Unicredit Bank Austria oder Google auf die Bühne. Stargast des exklusiven Dinners sowie des Summits war Jes Wolfe, CEO von Rebel Girls, die mit Büchern wie „Goodnight Stories for Rebel Girls“ hunderttausende von Mädchen inspiriert. Sie zeigte in einem Kamingespräch, welche Wirkung Geschichten und Vorbilder auf die nächste Generation weiblicher Führungskräfte haben. Mit Erfolgsgeschichten von Frauen aus dem wahren Leben sollen Mädchen gestärkt werden und zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen.

Darüber hinaus stand der Tag ganz im Zeichen des Networkings und des Austauschs der Führungskräfte untereinander. Mit dabei waren u. a. Brigitte Ederer, Präsidentin des ÖBB-Aufsichtsrates, Viktoria Kaufmann-Rieger, Managing Director von SIVA | Porsche Holding Salzburg, und Diana zur Löwen, CEO von Rawr Ventures, sowie viele weitere prominente Persönlichkeiten aus der internationalen Wirtschaft.

Networking-Runde am Global Leaders Summit 2024 © Valerie Maltseva

Der Höhepunkt des Summits war das Versprechen – die Leadership Pledge – aller Teilnehmerinnen, sichtbar zu bleiben, über ihre Erfolge zu sprechen und aktiv eine weitere Frau auf ihrem Weg in eine Führungsposition zu unterstützen – sei es durch Mentoring, Hiring oder Empfehlungen im eigenen Netzwerk. Mit dem Ziel, bis 2030 1 Million erfolgreicher Frauen vor den Vorhang zu holen.

Die Zukunft wird weiblicher

„Wir freuen uns über ein gelungenes, inspirierendes Event, das so viele weibliche Führungskräfte, aus über 50 Ländern, im Wiener Rathaus versammelte wie noch nie zuvor. Dies ist allerdings erst der Anfang, denn echter Wandel braucht Zeit und den gemeinsamen Einsatz vieler, um nachhaltig verankert zu werden. Deswegen freuen wir uns, dass so viele unserem Aufruf, der Leadership Pledge, gefolgt sind, um zukünftigen Generationen weiblicher Führungskräfte den Weg zu ebnen“, freuen sich die beiden Initiatorinnen Mahdis Gharaei und Tanja Sternbauer. 

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