Von der Kaisersemmel bis zum Bauernbrot: Österreichs Brotkultur ist weltweit einzigartig. Doch steigende Produktionskosten und günstigere Importware stellen die heimische Backbranche vor Herausforderungen. Für den Lebensmittelhandel ergibt sich daraus eine große Chance: Mit transparenter Herkunftskennzeichnung kann er dazu beitragen, die regionale Wertschöpfung zu stärken und den Konsumentinnen und Konsumenten beim Griff ins Regal Orientierung bieten.
Ob die außen knusprige und innen weiche Kaisersemmel, das kräftige Roggenbrot oder das traditionelle Sauerteigbrot: Brot und Gebäck sind fest in der österreichischen Esskultur verankert. Die Vielfalt an regionalen Spezialitäten, hochwertigen Backwaren und Liebe zum Handwerk zeichnet Österreich aus und macht die heimische Brotkultur weltweit einzigartig. Der Großteil des Brotes wird im Supermarkt gekauft. Damit nimmt der Lebensmittelhandel eine wichtige Rolle ein, wenn es darum geht, die heimische Brotkultur auch für kommende Generationen zu erhalten.
Heimische Backbranche unter Druck
Hinter jedem Laib Brot steht eine ganze Wertschöpfungskette: vom Getreidefeld über die Mühle bis hin zur Bäckerei und dem Handel. Doch steigende Personal- und Energiekosten und der internationale Preiskampf setzen die heimischen Betriebe zunehmend unter Druck. Besonders günstigere Importware kann zur Herausforderung für die heimischen Betriebe werden.
Woher kommt das Brot im Regal?
Während viele Konsumentinnen und Konsumenten bei Fleisch oder Milch bereits verstärkt auf die Herkunft achten, wird sie bei Brot oft nicht hinterfragt. Dabei ist nicht jedes Brot im Regal automatisch österreichischer Herkunft – auch wenn das in der Brotnation Österreich selbstverständlich erscheinen mag. Bei vorgefertigten Teiglingen oder bereits vorgebackener Ware lässt sich etwa aus dem Ort, an dem das Brot fertiggebacken wird, nicht auf seine ursprüngliche Herkunft schließen. Auch woher die verwendeten Rohstoffe stammen, ist nicht immer oder nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Brot und Gebäck gibt es bislang nicht.
Transparenz als Chance für den Handel
Eine klare Kennzeichnung wäre jedoch wichtig: Sie würde den Konsumentinnen und Konsumenten Orientierung bieten. Das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel garantiert beispielsweise, dass alle wertbestimmenden landwirtschaftlichen Rohstoffe wie Mehl aus Österreich stammen. Transparente Herkunftsinformationen schaffen die Grundlage für bewusste Kaufentscheidungen. Für den Lebensmittelhandel liegt darin eine Chance, regionale Qualität sichtbar zu machen und das Vertrauen der Kundinnen und Kunden weiter zu stärken. Wer die Herkunft von Brot und Gebäck sowie der verwendeten Rohstoffe offen kommuniziert, schafft einen Mehrwert im Sortiment und ermöglicht eine bewusste Entscheidung für heimische Produkte.
Davon profitiert die gesamte Wertschöpfungskette. Denn jeder Griff ins Regal beeinflusst, welche Produkte langfristig nachgefragt und somit auch in Zukunft noch in Österreich produziert werden. Regionale Backwaren gezielt anzubieten und ihre Herkunft nachvollziehbar zu machen, kann somit einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der österreichischen Brotkultur leisten. Damit auch in Zukunft Vielfalt, Qualität und Tradition aus Österreich in unseren Brotregalen zu finden sind.
