Ein großer Teil der Österreicherinnen und Österreicher prostet sich an Weihnachten und vor allem zum Jahreswechsel zu: Zum Wohl! In Österreich kamen wir laut Versorgungsbilanz der Statistik Austria 2023/24 im Jahresschnitt auf 26 Liter Wein und rund 103 Liter Bier pro Kopf. Im Vergleich zu den Vorjahren ist der Alkoholkonsum leicht zurückgegangen. Der Handel kann sich an diese veränderten Konsumgewohnheiten anpassen und mit alkoholfreien Alternativen das bestehende Sortiment sinnvoll ergänzen.
Im Jahr 2024 machte alkoholfreies Bier 3,7 Prozent der gesamten in Österreich abgesetzten Biermenge aus. Das entspricht einem Plus von etwa 4,8 Millionen Halbliterflaschen gegenüber dem Vorjahr. Nicht nur in der Gastronomie finden alkoholfreie Biere nach und nach Anklang. Auch im Einzelhandel haben die Kundinnen und Kunden eine Auswahl an alkoholfreien Alternativen.
Die österreichischen Brauereien, ob groß oder klein, erweitern ihr Sortiment. Vor allem die 330 kleinen Brauereien in Österreich, die weniger als 20.000 Hektoliter pro Jahr herstellen, zeigen sich experimentierfreudig. Gemeinsam mit den 31 großen Produzenten bringen sie immer wieder neue Produkte ins Sortiment und bereichern die österreichische Getränkelandschaft.
Was bedeutet eigentlich „alkoholfrei“?
Ein Bier oder Wein mit weniger als 0,5 Volumenprozent Alkohol darf als „alkoholfrei“ bezeichnet werden. Wieviel Alkohol tatsächlich enthalten ist, hängt vom Verfahren ab, durch das dem Bier oder dem Wein der Alkohol entzogen wird. Mit modernen Verfahren sind die Volumenprozente beim Bier bereits auf 0,01 bis 0,03 reduzierbar. Im Unterschied zu alkoholhaltigen Bieren ab 1,2 Volumenprozent muss dann aber eine Nährwerttabelle angegeben werden.
Herkunft als Verkaufsargument
Beim Einkauf von Wein und Bier spielt außerdem die Herkunft eine zentrale Rolle. Kaum einer Biertrinkerin ist es gleichgültig, welche Marke auf dem Etikett steht, und kaum einem Weintrinker, aus welcher Region oder von welchem Weingut der edle Tropfen stammt. Weine sind teilweise sogar bis auf einzelne Rieden rückverfolgbar und damit echte Paradebeispiele für Herkunftskennzeichnung und regionale Vermarktung.
Bei Bier muss nicht angegeben werden, woher Gerste, Hopfen und Wasser kommen. Dass die heimischen Brauereien dennoch zum größten Teil auf österreichische Rohstoffe setzen, bleibt oft unerkannt. In Österreich baut jedes Bundesland Sommerbraugerste an – der größte Teil stammt aus Niederösterreich. Das rot-weiße AMA-Gütesiegel zeigt an, dass die wertbestimmenden eingesetzten Rohstoffe aus Österreich stammen und das Bier in Österreich gebraut und abgefüllt wurde. Im Jahr 2018, als die Gerstenernte wegen Hitze und Trockenheit schlecht ausfiel, wichen einige Brauereien kurzfristig auf das blau-weiße AMA-Gütesiegel aus, das die Herkunft aus der EU garantiert.
Gastro-Trends im Handel
Neben alkoholfreiem Bier oder Wein entwickelt die Gastronomie weitere Alternativen zur klassischen Menübegleitung. Fruchtsäfte – zuallererst Traubensaft von österreichischen Winzerinnen und Winzern – aber auch Limonaden, Tees, Gurkenwasser oder Bouillons werden zu Gänge-Menüs gereicht. Zudem bieten österreichische Produzenten alkoholfreie Schaumweine an, mit denen bewusste Genießer auch stilvoll auf das neue Jahr anstoßen können.
Die Vielfalt an alkoholfreien und regionalen Getränken ist eine Chance für den österreichischen Handel, neue Zielgruppen anzusprechen. Tradition trifft Trend – von ausgezeichneten Weinen über Craft Beer bis hin zu alkoholfreiem Schaumwein und Limonaden wird das neue Jahr spritzig!
