Site icon retail.at

So verändert KI das Kaufverhalten

Seit ChatGPT Shopping eingeführt wurde, verändert sich die Art und Weise, wie Nutzer nach Produkten suchen. Anstatt über Google oder Amazon zu suchen, verwenden sie immer öfter eine KI-gestützte Umgebung. Konkret: Der Fokus verschiebt sich von reinen Suchmaschinenrankings hin zu Conversational Commerce. Wer in den Antworten der KI auftaucht, hat einen maßgeblichen Wettbewerbsvorteil. Mit diesen Tipps sind Händler auf der sicheren Seite. Ein Gastbeitrag von Mare Hojc.

Seit ein paar Wochen kann man in ChatGPT einkaufen, ohne die Plattform zu verlassen. OpenAI hat dazu eine Funktion namens “Instant Checkout” (Sofortkauf) eingeführt, die dies ermöglicht. Der „Trick“: Die Funktion wurde in Zusammenarbeit mit Partnern wie Shopify und Etsy entwickelt. Die Bestellungen und Zahlungen werden über die bestehenden Systeme der Händler abgewickelt, aber die Benutzeroberfläche bleibt ChatGPT. Anstelle der bei Google üblichen Liste von Links liefert ChatGPT Shopping konkrete Produktempfehlungen inklusive Bild, Preis, Bewertung und einem Link zum Anbieter. Für Händler hat das dramatische Folgen: Ein Web Shop ist auf eine „Datenquelle“ reduziert, Bilder nicht mehr so wichtig, wichtig ist allein, wie gut die KI den Shop auslesen kann.

So funktioniert der Einkauf

Das Einkaufen via ChatGPT funktioniert im Wesentlichen so, dass die KI als persönlicher Einkaufsberater agiert und, falls der Händler dies unterstützt, einen direkten Kaufabschluss innerhalb des Chats ermöglicht (sogenanntes “Instant Checkout”). Der Konsument beginnt die Konversation, indem er ChatGPT beschreiben, wonach er sucht, zum: “Ich suche ein Geburtstagsgeschenk für einen zehn Jahre alten Jungen unter 100 Euro.“ Der Prozess, den der Interessent durchläuft sieht folgendermaßen aus:

Mare Hojc ist Gründer und CEO von AN Digital.
Fotocredit: Julius Osner

Wie sucht KI? Produktdaten als Fundament der KI-Suche

Nur wer maschinenlesbare, aktuelle und qualitativ hochwertige Produktinformationen liefert, wird von KI-Systemen überhaupt berücksichtigt. Die Qualität der Produktdaten entscheidet darüber, ob ein Produkt gefunden, verstanden und empfohlen wird. Das gelingt nur, wenn Produktdaten:

Ohne diese Datenbasis kann eine KI kein valides Produktverständnis aufbauen. In der Folge wird das Produkt weder angezeigt noch empfohlen. Hinzu kommt: Je höher die Datenqualität, desto besser funktionieren auch Hyperpersonalisierung, Produktempfehlungen und automatisierte Content-Generierung durch KI-Systeme. Deshalb gilt: Produktdaten sind nicht nur Informationsquelle, sondern strategisches Asset. Wer sie vernachlässigt, verliert in der Welt der KI-Suche nicht nur Sichtbarkeit, sondern mittelfristig auch Marktanteile.

Was sollten Händler jetzt tun?

KI-Systeme wie Gemini oder ChatGPT funktionieren nicht wie klassische Suchmaschinen, die einfach auf Webseiten verlinken. Sie analysieren und interpretieren Inhalte semantisch. Das bedeutet, dass sie verstehen müssen, worum es bei einem Produkt geht, welche Eigenschaften es hat, wie es sich von anderen unterscheidet und in welchen Kontext es passt. Für Händler bedeutet das bei der Erstellung beziehungsweise Überarbeitung der Produktbeschreibung, dass er sich folgende Fragen stellen sollte:

Wer bis jetzt noch nicht auf ein modernes PIM-System setzt, um Daten zentral, effizient und zukunftssicher zu verwalten, sollte spätestens jetzt darüber nachdenken. Um mit den eigenen Produkten oder Inhalten in den ChatGPT-Suchergebnissen sichtbar zu werden, sind aber auch einige technische Voraussetzungen notwendig:

Reddit als Geheimwaffe für KI-Sichtbarkeit

Reddit ist eine wertvolle Datenquelle für ChatGPT, da die Plattform eine riesige Menge an menschlicher Interaktion, Diskussionen und vielfältigen Perspektiven bietet, die für das Training von KI-Sprachmodellen entscheidend sind. Hier sind die Hauptgründe, warum Reddit gut für ChatGPT ist:

Für Händler ist ein Auftritt auf Reddit eine gute Möglichkeit, „ins Gespräch“ zu kommen. Doch Vorsicht: Bevor ein Händler auf Reddit aktiv wird, sollte er genau überlegen, wo Content veröffentlicht wird und warum: erst nach einer guten Recherche (wo sind die Content Gaps, welche Quellen besetzten Mitbewerber) sollte man zum Erstellen wechseln. Denn wenn Content schlecht strukturiert ist, sucht sich die KI andere Inhalte.

ÜBER DEN AUTOR

Mare Hojc ist Gründer und CEO von AN Digital. AN Digital gehört zu den führenden LLMO-Agenturen für mittelständische und große Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Die Agentur unterstützt ihre Kunden dabei, Sichtbarkeit in KI-Suchen, generativen Suchmaschinen (GEO, Generative Engine Optimization), Chatbots und AI-Assistenten strategisch aufzubauen – an der Schnittstelle von Marketing, Content, Daten und Governance. Der gesuchte Autor und Speaker ist ein ausgewiesener Experte in LLM-Optimierung (LLMO (Large Language Model Optimization), GEO (Generative Engine Optimization), AIO (AI Optimization), AEO (Answer Engine Optimization), GAIO (Generative Artificial Intelligence Optimization) sowie ChatGPT-Optimierung: Immer zukunftsfähig, messbar und transparent.

Vor der Gründung von AN Digital im Jahr 2018 war Mare Hojc 15 Jahre lang Profihandballspieler, der unter anderem Erfolge in der Champions League mit Bregenz, der Europameisterschaft mit der österreichischen Nationalmannschaft sowie in der 1. Deutschen Bundesliga feierte. Schon während seiner aktiven Sportkarriere gründete er 2006 das E-Commerce-Unternehmen „THE Nutrition“, das Nahrungsergänzungsmittel für Sportler vertrieben hat. THE Nutrition hatte 15 Geschäfte und einen starken Webshop – und dort lernte Mare Hojc mit “learning-by-doing”, wie man für E-Commerce Performance-Marketing machen muss, um online erfolgreich zu verkaufen. Seit dem Verkauf seiner Anteile setzte er dieses Wissen mit AN Digital um.

Exit mobile version