Premedia, ein führender Anbieter von Marketingtechnologie, stellt die neuesten Trends und Entwicklungen aus der E-Commerce-Welt vor, die auf den renommierten Konferenzen Shoptalk Europe in Barcelona und K5 in Berlin präsentiert wurden. Diese Veranstaltungen zählen zu den bedeutendsten Treffpunkten für Entscheidungsträger im Bereich Handel und E-Commerce und bieten wertvolle Einblicke in die Zukunft des Einzelhandels.
Wie Manuel Mayr, Head of Business Development & Consulting bei Premedia, berichtet, standen in diesem Jahr vor allem zwei Themen im Fokus: die fortschreitende Personalisierung im E-Commerce und die Weiterentwicklung des Omnichannel-Ansatzes hin zu Unified Commerce. „Die Nutzung von generativer KI zur Schaffung maßgeschneiderter Kundenerlebnisse zeigt, wie weit sich der E-Commerce bereits entwickelt hat. Unternehmen, die diese Technologien einsetzen, können ihren Kunden personalisierte und nahtlose Einkaufserlebnisse bieten, die über alle Kanäle hinweg konsistent sind“, so Mayr.
Personalisierung und Unified Commerce als Schlüsselfaktoren
Unified Commerce, das auf der Shoptalk Europe intensiv diskutiert wurde, stellt einen evolutionären Schritt dar, der über den traditionellen Omnichannel-Ansatz hinausgeht. Dieser neue Ansatz geht über die bloße Integration von Kanälen hinaus und erfordert tiefgreifende organisatorische Veränderungen. Statt einzelne Kanäle getrennt zu verwalten, wird ein integriertes System geschaffen, das eine nahtlose Verbindung zwischen der Online- und Offline-Welt ermöglicht.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt jedoch nicht nur in der Technologie, sondern auch in einem grundlegenden Umdenken innerhalb der Unternehmensstruktur. „Es ist nicht mehr ausreichend, nur die Technologien zu integrieren – es braucht auch interdisziplinäre Teams, die kanalübergreifend zusammenarbeiten und eine ganzheitliche Sicht auf den Kunden entwickeln“, erklärt Mayr. Diese Evolution fordert, dass Unternehmen ihre Abteilungen aufbrechen und flexible „Teams of Excellence“ schaffen, die für bestimmte Themen wie eine Produktkategorie oder eine Phase des Customer Lifecycles verantwortlich sind – unabhängig von den traditionellen Organisationsstrukturen.
Fernost-Plattformen und Retail Media
Auf der K5-Konferenz wurde der wachsende Einfluss asiatischer Plattformen, wie der Handelsplattform TikTok Shop, beleuchtet. TikTok Shop, das seit 2023 ein starkes Wachstum im Vereinigten Königreich verzeichnet, wird bis 2025 in ganz Europa erwartet und könnte den Markt erheblich verändern. „Die Art und Weise, wie TikTok den Handel in Großbritannien bereits beeinflusst hat, ist beeindruckend und zeigt das Potenzial für den gesamt europäischen Markt“, erläutert Mayr.
Ein weiteres zentrales Thema der K5 war die optimale Nutzung von Retail Media. Ein eindrucksvolles Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit zwischen Rewe und Coca-Cola. Im Rahmen dieser Partnerschaft wurde eine gezielte Datenstrategie entwickelt, bei der Rewe seine umfassenden Kundendaten mit Coca-Cola teilte, um personalisierte Marketingkampagnen zu gestalten. Diese Kampagnen führten zu einer signifikanten Steigerung der Sichtbarkeit von Coca-Colas Produkten in den Rewe-Märkten und verbesserten sowohl die Kundenerlebnisse als auch den Umsatz. Diese Kooperation zeigt das enorme Potenzial, das in der optimalen Nutzung von Kundendaten steckt, und dient als Vorbild für ähnliche Initiativen im Handel.
Österreichische Unternehmen müssen aufholen
Während die internationalen Trends klar in Richtung datengetriebener und technologiegestützter Lösungen weisen, wurde auch festgestellt, dass viele Unternehmen in der DACH-Region noch Nachholbedarf haben. „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz nachhaltige Technologie- und Datenstrategien entwickeln, die es ihnen ermöglichen, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren und proaktiv neue Konsumentenanforderungen zu adressieren“, betont Mayr. Um diese Veränderung zu bewältigen, müssen heimische Unternehmen ihre internen Prozesse und Strukturen neu gestalten. Ein erfolgreiches Unified Commerce-Modell erfordert ein Umdenken in der gesamten Organisation – vom Management bis hin zu den operativen Teams. Die nahtlose Integration von Online- und Offline-Kanälen führt dazu, dass nicht mehr der Kanal, sondern der Kunde im Mittelpunkt aller Entscheidungen steht. Dies ermöglicht nicht nur effizientere Abläufe, sondern stärkt auch die Fähigkeit, personalisierte und relevante Erlebnisse über alle Berührungspunkte hinweg zu schaffen.
