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Lebensmittelhandel im Aufwind, Flaute bei Technik

Das neue NIQ Retail Spend Barometer bietet einen umfassenden Überblick über den FMCG- und T&D-Markt in Österreich​. Nun liegt der Marktbericht für das 2. Quartal vor. Das Ergebnis: Während die Privatausgaben für Produkte des täglichen Bedarfs (FMCG) nach oben gingen, sparten die Konsument:innen bei technischen Geräten.

Der LEH konnte laut NIQ Retail Spend Barometer u. a. von der Fußball-Europameisterschaft profitieren. © Adobe

Das NIQ Retail Spend Barometer bietet einen vollständigen Überblick über die Ausgaben im FMCG-Sektor (Güter des täglichen Bedarfs, wie haltbare und frische Lebensmittel, Getränke und Drogeriewaren) sowie im Tech- und Durables-Bereich (technische Konsumgüter, Haushaltsgeräte und Heimwerkerbedarf) in Österreich. Dieser kategorie- und kanalübergreifende, auf Basis echter Abverkaufsdaten getroffene Big-Data-Überblick ermöglicht es, Trends rechtzeitig zu erkennen. Das NIQ Retail Spend Barometer wird zukünftig quartalsweise veröffentlicht.  Hierfür werden Daten aus den Retail Panels von NIQ und GfK kombiniert.

Wachstum im FMCG-Markt dank gezielter Preisstrategien 

Für Produkte des täglichen Bedarfs gaben die Verbraucher in Österreich im zweiten Quartal um 2,7 Prozent mehr aus als im Vorjahresquartal. Dabei resultierte das Umsatzwachstum seit langem erstmals wieder aus einer höheren mengenmäßigen Nachfrage. Nach mehreren Jahren mit sinkenden Verkaufszahlen zeigt sich seit dem vierten Quartal 2023 eine positive Trendwende, besonders in Kategorien wie Speiseöl, Reis, Nudeln und Fleisch- und Milchalternativen. 

Der heiße April 2024 und die Fußball-Europameisterschaft 2024 führten zu spürbaren Umsatzsteigerungen in mehreren Kategorien. Tiefkühl-Eis profitierte vom sommerlichen Wetter und verzeichnete einen Umsatzanstieg von 11 Prozent. Die EM beeinflusste zusätzlich die Verkaufszahlen von alkoholischen Getränken, pikanten Snacks sowie einigen Süßwaren und Tiefkühl-Pizzasnacks. Auch Frischobst legte um 8 Prozent zu, getrieben durch die verstärkte Nutzung von Diskont-Angeboten.

Supermarktdichte führt zu Wettbewerb

Eine Besonderheit ist laut NIQ/GfK die außergewöhnlich hohe Supermarktdichte in Österreich, die doppelt so hoch ist wie in Deutschland. Dies führt zu einem verstärkten Wettbewerb unter den Supermärkten, die darauf vielfach mit Promotionaktionen reagieren – jeder dritte Euro wird mittlerweile im Rahmen von Sonderaktionen ausgegeben. Energy Drinks legten im Umsatz durch gezielte Promotions um 8 Prozent zu.

Seit der Inflation nimmt die Bedeutung von Rabatten weiter zu, wobei nicht nur Vollsortimenter, sondern auch Diskonter verstärkt auf Aktionen wie 1+1 setzen. „Die österreichischen Verbraucher kaufen sehr gezielt: Sie warten bewusst auf den idealen Zeitpunkt, um von den besten Angeboten zu profitieren,“ so Oliver Schmitz, verantwortlich für den Bereich Handel bei NIQ/GfK in Österreich, Deutschland und der Schweiz. „Für Händler ist es daher essenziell, eine markt- und wettbewerbsorientierte Preisstrategie in Kombination mit attraktiven Promotions zu entwickeln und mit Hilfe von dynamischen Preis-Taktiken erfolgreich umzusetzen.  Das gilt insbesondere während umsatzstarker Promotionzeiten wie dem Weihnachtsgeschäft und Halloween, um in diesem wettbewerbsintensiven Marktumfeld den Umsatz zu steigern und durch das richtige Pricing auch wichtige Margen zu sichern.“

Sättigungseffekte am Markt für Tech & Durables

Anders sieht die Situation bei T&D-Produkten wie Haushaltsgeräten, technischen Konsumgütern oder Heimwerkerbedarf aus. Hier gingen die Einzelhandelsausgaben 2024 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,3 Prozent zurück. Vor allem Segmente wie Mobile Computing, Monitore und Smartphones verzeichneten aufgrund von Sättigungseffekten deutliche Umsatzrückgänge, mit Einbußen von 6 Prozent bei Mobile Computing, 13 Prozent bei Monitoren und 10 Prozent bei Smartphones. 

TV-Bereich profitiert von Fußball-EM

Angetrieben von der Fußball-Europameisterschaft bilden die Verkäufe von TV-Geräten eine positive Ausnahme, die im zweiten Quartal 2024 nach langer Flaute wieder zulegen konnten. Nach Jahren, in denen Sportgroßereignisse wenig positive Auswirkungen auf die T&D-Verkäufe hatten, konnte die Fußball-EM 2024 speziell beim Verkauf von Flachbildfernsehern für Aufwind sorgen. Auch Produkte wie Luftreinigungsgeräte (33 Prozent mehr Umsatz) und Klimaanlagen (65 Prozent mehr Umsatz) verzeichneten dank der heißen Sommermonate ein deutliches Umsatzwachstum.

„Mit relevanten Innovationen gelingt es neue Kaufanreize zu schaffen. Das gelingt der Branche nun schon seit vielen Jahren vor allem im Segment der Elektrokleingeräte (SDA). Insbesondere in den letzten Quartalen werden diese Innovationen vor allem über Social Media sehr schnell und erfolgreich in Szene gesetzt“, so Oliver Schmitz. „In einem Markt, der zunehmend gesättigt ist, ist es wichtig, flexibel auf Trends zu reagieren und die Strategien kontinuierlich an die Bedürfnisse der Verbraucher anzupassen.

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