Mit der stetigen Weiterentwicklung des E-Commerce steigen auch die Erwartungen der Kunden: Einkaufen ist nicht nur eine Notwendigkeit, sondern soll auch Spaß machen. Immersive Technologien, allen voran Augmented Reality (AR), können hier eine wertvolle Bereicherung sein, indem sie für eine Gamification des Einkaufsprozesses sorgen. Was genau diese Technologien leisten können, zeigt ein Gastbeitrag von Christian Zimmer, Managing Director bei Teads.
Die Erwartungen der Kunden an ein nahtloses und kanalübergreifendes E-Commerce-Erlebnis steigen seit Jahren. Erschwert wird die Situation durch den zunehmenden Wettbewerb und die allgemeine Konsumzurückhaltung, die durch die wirtschaftlichen Multikrisen der letzten Jahre mitverursacht wurde. Das zwingt die Branche, sich immer wieder neu zu erfinden. Wer seine Kunden begeistern und neue Zielgruppen erschließen will, muss erkennen, dass nicht nur das stationäre, sondern auch das Online-Shopping zum viel zitierten „Erlebnis-Shopping“ werden muss. Das bedeutet, dass der Verkauf eng mit den Aspekten Community und Gamification verknüpft werden muss.
Dazu müssen sich E-Commerce-Unternehmen im wahrsten Sinne des Wortes in neue Erlebniswelten begeben, Stichwort: Immersive Shopping. Dahinter verbirgt sich ein Einkaufserlebnis, das durch den Einsatz von Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR) oder Mixed Reality (MR) intensiviert und bereichert wird. Diese Technologien ermöglichen es, Produkte in einer interaktiven, dreidimensionalen Umgebung zu erleben.
Besonders spannend für den Handel ist das Thema AR: Diese Technologie erweitert die reale Welt um digitale Elemente. So kann ein Kunde mit seinem Smartphone oder Tablet beispielsweise ein Möbelstück virtuell im eigenen Wohnzimmer betrachten. Damit bekommt er eine bessere Vorstellung davon, wie das Produkt aussieht und funktioniert, was die Kaufentscheidung erleichtert.
Das ist auch der Grund, warum sogenannte Virtual Try-Ons – „virtuelle Anproben“ – vor allem im Beauty- und Fashion-Bereich erfolgreich sind. Im Gegensatz zur VR blenden diese AR-Anwendungen die Wirklichkeit nicht aus. Sie ergänzen sie, indem eine Software die eigenen Lippen im Kamerabild der Beauty-App mit dem favorisierten Lippenstift einfärbt oder eine virtuelle Brille auf das eigene „echte“ Gesicht in der Kamera setzt.
Immersive Technologien sind also keine Zukunftsmusik mehr, sondern werden bereits erfolgreich in der Praxis eingesetzt. Das belegen auch diese zwei Beispiele:
Virtuelle Schuhanprobe bei Vans
Wie ein immersives Erlebnis im Online-Schuhhandel aussehen kann, zeigte die Streetwear-und Sneaker-Marke VANS im vergangenen Jahr mit dem digitalen Werbeformat inRead Shoe Try-on. Die Technologie ermöglichte es Kunden, Schuhe virtuell „anzuprobieren“ zu können, ohne die aktuell besuchte Webseite verlassen zu müssen.
Die Kampagne wurde in Deutschland, Frankreich und Großbritannien getestet. Fünf VANS-Klassiker wurden dabei in einem Spot präsentiert. Das immersive Erlebnis zeigte Wirkung: Die Kampagne verzeichnete über vier Millionen Impressions und eine durchschnittliche Verweildauer von einer Minute. Die Markenwiedererkennung stieg um 40 Prozent.
Nachhaltige Werbung für die Österreichische Post
Innovativ und nachhaltig – das waren die Anforderungen der Österreichischen Post an ihre umfassende Markenkampagne. So kamen Bild- und Videoanzeigen sowie interaktive Werbemittel zum Einsatz, die zusätzlich auf ihren Stromverbrauch untersucht wurden, um den CO2-Verbrauch zu ermitteln. Die interaktiven Elemente ermöglichten es den Nutzern, spielerisch mehr über die Lösungen der Post zu erfahren. Die Post-Kampagne vom Herbst 2023 erzielte in Bezug auf die definierten Ziel-KPIs ähnlich positive Ergebnisse wie frühere Werbemittel, bei denen der CO2-Fussabdruck nicht optimiert wurde.
Intensive und informative Einkaufserlebnisse
Immersive Shopping, etwa durch Augmented Reality-Elemente, bietet dem Konsumenten intensive und informative Einkaufserlebnisse, die nicht nur das Involvement erhöhen, sondern auch die Kaufentscheidung und die Markentreue positiv beeinflussen. Gerade in Zeiten, in denen Unternehmen durch verschiedene Krisen unter Druck geraten, kann dies ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.
Über den Autor:
Christian Zimmer ist Geschäftsführer bei Teads, einer globalen Mediaplattform für programmatische Werbung. Zusammen mit Scope3, einem Anbieter von Analyseverfahren zur Berechnung der CO₂-Emissionen, ermöglicht Teads seinen Kund:innen nachhaltig optimierte Kampagnen mit bis zu zwei Dritteln weniger Emissionslast.

