Kassen & POS-Software im Einzelhandel: Mobil und multifunktional

Nach und nach rüstet der Handel auf und setzt immer stärker auf mobile Kassensysteme und Selbstbedienungskassen, das belegt eine neue EHI-Studie zu POS-Systemen 2022.

Einen großen Schub bekommt künftig der digitale Kassenbon.

Was ist ein überhaupt mobiles Kassensystem? Seit geraumer Zeit sind im Einzelhandel verstärkt simple Kassenlösungen im Einsatz. Dabei handelt es sich um eine Kasse, die mehrere digitale Features vereint. So lassen sich meist auf einer übersichtlichen Benutzeroberfläche Importe von Bestands- und Produktlisten einfach durchführen, eine unlimitierte Anzahl an Produkten speichern, Stamm- sowie Produktdaten auch von daheim aus pflegen und Umsatzzahlen direkt und in Echtzeit auswerten. Zugegriffen kann auf die Daten über einen Cloud-Zugang. Die modernen Kassensysteme von heute sind mittlerweile für viele Händler:innen zu einem verlässlichen Partner im Betrieb geworden.

 „Mobile Geräte mit Kassenfunktion und Self-Service-Systeme sind gegenwärtig die wichtigsten Themen am POS. Die bestehenden Kassensysteme des Handels übernehmen bereits heute neben der reinen Kassierfunktion viele zusätzliche Aufgaben. Künftig werden immer mehr neue Funktionen hinzukommen.“

erklärt Cetin Acar, Projektleiter Forschungsbereich IT im EHI Retail Institut.

In Deutschland können Kund:innen in vereinzelten Supermärkten bereits Bargeld abheben oder Strafzettel bezahlen. Mit heutigem Stand beträgt die Anzahl der Kassen im deutschen Handel 976.900 Stück und befindet sich damit auf dem niedrigsten Stand seit 1997. Das sind 10.000 Kassen weniger als noch vor zwei Jahren.

Vielseitige Änderungen im Bereich der Kassensoft- und Hardware in den nächsten 2 Jahren geplant

Warum setzen Handelsbetriebe auf den Trend der neuen Kassensysteme? Dies hängt mit strukturellen Veränderungen im Handel wie Übernahmen, Zusammenschlüssen und der starken Entwicklung des eCommerce-Sektors zusammen. Zudem veränderte die Corona-Pandemie die Prioritäten bei der Erneuerung der Kassensysteme. Laut der EHI POS-Systeme Studie geben 64 Prozent der befragten Händler:innen an, ihre Kassen-Hardware in den nächsten Jahren teilweise oder komplett erneuern zu wollen. 70 Prozent der befragten Unternehmen planen in den kommenden zwei Jahren einer Erneuerung der Kassensoftware bzw. zumindest wollen zumindest Änderungen vornehmen.

Mobile Kassen am Vormarsch

Von Händlerseiten wünschen sich 59 Prozent vor allem den Einsatz von mobilen Geräten mit Kassenfunktion. Der große Vorteil besteht darin, dass Mitarbeiter:innen die Kasse mit auf die Verkaufsfläche nehmen können. Das Potenzial von mobilen Kassen am POS wird laut Umfrage als hoch eingestuft. In Deutschland haben 2022 in etwa ein Viertel der Handelsbetriebe schon heute mobile Kassen im Einsatz, bei 55 Prozent sind sie in Planung. Geht es um die Kundenberatung, setzten 39 Prozent Mobile Devices ein, um die Kundschaft mit zusätzlichen Produktdetails beraten zu können, knappe 60 Prozent haben das in naher Zukunft vor.

Self-Checkout, Self-Scanning und mobiles Einkaufssystem am Beispiel UNIBox

Immer wichtiger am deutschen sowie am österreichischen Markt werden ebenso Self-Checkout- und Self-Scanning-Systeme. Auch hier hatte Corona einen beschleunigenden Effekt auf die Verbreitung von Selbstbedienungskassen.

In Deutschland haben laut der EHI-Studie zu POS-Systemen 2022 bereits 43 Prozent der Händler:innen Self-Checkout-Systeme im Einsatz, 39 Prozent bieten der Kundschaft das Self-Scanning über das eigene Smartphone an. In Zukunft wollen 59 Prozent diese stationären Self-Service-Varianten über das Smartphone der Kundin oder des Kunden anbieten.

Eine von dem Handelsverband Österreich und EY durchgeführte Händler:innenbefragung im Jahr 2021 beschäftigte sich mit unter anderem auch mit der Frage, welche Veränderungen die Corona-Krise langfristig für den Handel bzw. das Konsumverhalten mit sich bringen wird. 11 Prozent von insgesamt 136 befragten Handelsunternehmen gaben an, zukünftig einen verstärkten Fokus auf Automatisierung wie beispielsweise den Self-Check-Out zu legen.

So ist zum Beispiel die Unimarkt Gruppe einer der digitalen Treiber im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel. Mit dem neuen UniBox Franchise-Store-Konzept wurde ein erweiterbares und mobiles Einkaufssystem geschaffen, das überall platziert werden kann. Das digitale Selbstbedienungskonzept ermöglicht es durch einfaches Scannen und Bezahlen der Artikel via Smartphone oder am Terminal den Einkauf ohne Verkaufspersonal zu erledigen. Mit diesem Schritt setzt die Unimarkt Gruppe zukunftsweisende Akzente in der Digitalisierung des Lebensmitteleinzelhandels. Der moderne Store schafft damit außerdem einen neuen Zugang um die Versorgung in ländlichen Gebieten mittels eines innovativen Konzepts gewährleisten.

Mobile POS Payment in Österreich und weltweit

Beinahe unmittelbar an Self-Check-Out Konzepte ist auch Mobile Payment geknüpft. Deshalb auch interessant: Das Transaktionsvolumen im Segment Mobile POS Payments wird 2022 in Österreich etwa 6.593 Mio. € betragen. 2025 soll Mobile POS Payment bereits 2,3 Mio. Nutzer:innen haben. Laut einer Statista Prognose wird im Jahr 2025 ein Gesamttransaktionsvolumen von 13.562 Mio. € erwartet, was einem jährlichen Wachstum von 27,18% entspräche.

Im Jahr 2021 ist ein Anteil von 68,4 % Mobile Payment Nutzer:innen männlich und verfügt über ein hohes Einkommen. Im Jahr 2021 ist ein Anteil von 30,5 % der Nutzer:innen 25-34 Jahre alt. Mobile Payment ist also auf dem Vormarsch und das im Bargeld-Land Österreich. Was die mobile POS Payments weltweit betrifft wird China mit einem Transaktionsvolumen von 1.197.342 Mio. € im Jahr 2022 den höchsten Wert erzielen.

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