6 Tipps für die ersten Schritte von Unternehmen am Online-Parkett

Händler und auch anderen Unternehmen tun gut daran, online präsent zu sein. Welche ersten Schritte jedes Unternehmen machen sollte, um einen digitalen Fußabdruck zu setzen.

Der Handel steht Kopf. Seit dem Ausbruch von Covid-19 ganz besonders. „Corona war der Urknall für die Branche“, formuliert es Rainer Will, Chef des Handelsverbandes. Dem ersten Lockdown standen viele Händler, vor allem kleinere, noch hilflos gegenüber. So mancher beharrt allerdíngs auch jetzt noch weiter darauf, ausschließlich im Geschäft für seine Kunden da zu sein.

Aus der Sicht von Experten aber ein Weg, der rasch in die Bedeutungslosigkeit führen kann. Zumindest jedoch zu einem massiven Umsatzentgang, und zwar nicht nur für die Dauer des Shutdowns.Der digitale Fußabdruck gehört mittlerweile zu Unternehmen und Händlern zur Grundausstattung wie die Beleuchtung oder die elektronische Zahlmöglichkeit im stationären Handel.

WIE DER EINSTIEG INS ONLINE-BUSINESS GELINGT

Die ersten Schritte am Onlineparkett sind für Händler nicht einmal schwer und weder aufwendig noch teuer. Vieles Services werden sogar gratis angeboten. Unternehmen müssen und sollten auch nicht gleich ein großes Produktsortiment anbieten. Zunächst geht es darum online überhaupt präsent zu sein und in einem weiteren Schritt herauszufinden, was beim Kunden online gut ankommt. Erst in einem weiteren Schritt darum. Produkte auf großen Handelsplattformen oder im eigenen Onlineshop anzubieten, sofern letzteres zur Strategie des Unternehmens passt.

Handelsexperte Will rät Einsteiger in den Onlinehandel zu einer mehrstufigen Strategie, die zumeist kostenlose Angebote großer US-IT-Unternehmen wie Facebook, Google und Amazon beinhaltet.

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(c) Adobe Stick

1. Facebook & Instagram nutzen

Die einfachste Möglichkeit eine breite Kundenschicht mit seinen Botschaften und Angeboten anzusprechen bieten die großen Informationskanäle wie Facebook und Instagram. Sie bieten sich an, um regelmäßig mit News oder Werbesujets auszuspielen. „Damit kann eine vergleichsweise breite Anzahl von Kunden erreicht und serviciert werden“, so Will.


2. Unternehmensprofil auf Google anlegen

„Jeder Händler sollte ein Google-Business-Konto anlegen. Das ist das A und O für jeden Einsteiger“, betont der Handelsverbands-Boss. Mit Hilfe eines solchen Kontos wird das Unternehmen online auffindbar, selbst wenn man keine eigene Homepage hat. Die Kurzbeschreibung, die so auf der Suchmaschine aufscheint, enthält Basisinformationen wie Adresse und Telefonnummer des Unternehmens und, auch wichtig, wie Will betont, Öffnungszeiten und einen Routenplaner. Ebenso gibt es einen Button für Nachrichten und einen Link zur Webseite, falls vorhanden. Es können auch Fotos veröffentlicht werden, die das Unternehmen zeigen. Das Ganze ist kostenlos. Nur wer die Möglichkeit für Bewertungen nutzt, muss zahlen.


3. Produktkategorien auf Google Business hinterlegen

Neben diesen Basics für Google My Business, lohnt es sich bei diesem Tool noch mehr ins Detail zu gehen und Produktkategorien für sein Unternehmen auszuwählen. Auf den ersten Blick erscheint die Auswahl der Kategorie, in der das eigene Unternehmen tätig ist, banal. Aber dieser Schritt es ausschlaggebend dafür, wie man in den Suchresultaten bei Google erscheint.


4. Eine Online-Inventarliste anlegen – die Google Local Investory Ads

Die sogenannten Google Local Inventory Ads zeigen die Verfügbarkeit eines Produkts für Kunden in ihrer Nähe an, die mit Google suchen. Diese Ads können den Lagerbestand abbilden, aber auch Werbeaktionen anzeigen. Ist der Kunde etwa auf der Suche nach einem Föhn in seiner Umgebung, werden ihm alle Produkte dazu, die auf Google Inventory angegeben sind, angezeigt. „Durch die regionale Ortung von Google sieht dieser sofort, wo es zur jeweiligen Suche entsprechende Einträge von Händlern gibt“, so Will. Sucht jemand Socken, sieht er sofort, welche Auswahl sich in der näheren Umgebung bietet.


5. Nutzerverhalten analysieren

Nutzen Sie das Conversion-Rating von Google. Das Tool ist kostenlos und erfasst, was geschieht, nachdem ein Kunde etwa Ihre Anzeige angeklickt hat. So können Sie sehen, ob dieser ein Produkt von Ihnen gekauft hat, sich für Ihren Newsletter angemeldet hat, Ihr Unternehmen angerufen oder Ihre App heruntergeladen hat. Diese und andere für Sie wichtige Kundenaktionen, werden als Conversions bezeichnet. Über das Conversion-Tracking im Google-Konto können Conversion-Raten – Nutzungsquoten – erfasst werden. So lässt sich das Nutzerverhalten analysieren und künftige Maßnahmen im Onlinehandel besser steuern.


6. Bei Amazon & Co starten

Ein letzter Schritt für Online-Anfänger kann sein, Produkte auf einer Online-Plattform wie Amazon zum Verkauf anzubieten. Wenn das auch ein zweischneidiges Schwert sein kann. „Kleine Händler sind mit ihren Produkten dort meist wie ein Sandkorn in der Wüste“, warnt Will. Sind Händler mit Produkten hingegen besonders erfolgreich, können sie von einem auf den anderen Tag vom Datenhighway getrennt werden oder in den Suchanzeigen weit nach hinten rutschen. Immer wieder gibt es entsprechende Klagen von Händlern berichten, die dann auf Waren sitzen bleiben. Wills Tipp: „Versuchen Sie nicht, sich mit großen Anbietern einen Preiskampf zu liefern, der ohnehin nicht zu gewinnen ist. Starten Sie besser mit Eigenmarken und leiten die Kunden in weiterer Folge auf ihren eigenen Webshop um.“

Ein Beitrag von Anneliese Proissl Dieser Beitrag ist zuerst hier erschienen.

Über die Autorin: Anneliese Proissl ist seit 25 Jahren Journalistin und Gründungsmitglied des Wirtschaftsmagazins Format 1998. Vorwiegend ist sie als Wirtschaftsjournalistin im Onlineportal Trend tätig.

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